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Erste Erfahrungen im Beruf machen junge Menschen meist schon innerhalb ihrer Ausbildung durch die Arbeit im Ausbildungsbetrieb.

Jedoch in Zeiten in denen die Ländergrenzen gerade in Europa immer weniger Bedeutung haben, ergeben sich für junge Menschen viele Möglichkeiten im Ausland. Häufig ist die Angst vor dem Unbekannten – beispielsweise bei einem Praktikum im Ausland eine große Schwelle, die ein Mensch erst einmal überschreiten muss, um die neuen Möglichkeiten zu entdecken.

Um junge Auszubildenden über die Landesgrenzen hinaus beim Erwerb weiterer Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen zu unterstützen hat die Europäische Kommission ein Programm ins Leben gerufen, dass gerade jungen Auszubildenden durch ein Praktikum im Ausland den Schritt ins Ausland erleichtern soll. Mit Unterstützung dieses Programms – benannt nach Leonardo da Vinci – können Menschen ein Praktikum im Ausland machen. Gerade auf beruflichem Gebiet bietet ein Praktikum die Möglichkeit mit den bisher gemachten Erfahrungen zu vergleichen und die unterschiedlichen Spielarten eines Berufes kennenzulernen.

Die Vorteile eines Praktikums im Ausland sind offensichtlich. Die Auszubildenden werden selbständiger und flexibler. Sie erwerben Fremdsprachkenntnisse und lernen neue Arbeitsweisen kennen. Sie stärken ihr Selbstbewusstsein und nicht zuletzt erhöhen sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Organisationen wie die Gesellschaft für Europabildung aus Berlin entwickeln im Rahmen dieses Programms Praktika im Ausland und führen sie mit Unterstützung von Partnerorganisationen in den entsprechenden Ländern durch. Durch die Unterstützung dieser Organisationen werden häufig Flug, Übernachtung, Sprachkurs und Betreuung vor Ort vorbereitet.

Wer an einem geförderten Praktikum im Ausland teilnehmen möchte, sollte im Idealfall Grundkenntnisse in der Landessprache mitbringen. In einigen Ländern, wie beispielsweise Polen, werden oft auch Praktikumsplätze gestaltet in denen englisch oder deutsch gesprochen wird.

Viele junge Erwachsene sind auf der Suche nach einem Praktikum, das ihnen einerseits wertvolle Inhalte vermittelt, aber auch Spaß macht und ihnen das Gefühl gibt, eine sinnvolle Arbeit ausführen zu dürfen. Einige brauchen den Praktikumsplatz für ihr Studium, andere hingegen möchten noch nicht sofort nach dem Abitur ins Studium einsteigen, sondern zuerst Lebenserfahrung sammeln und sich für eins ihrer Interessengebiete einzubringen. Hilfsorganisationen gehören deswegen zu den beliebtesten Arbeitgebern für Praktikanten, denn die Arbeit ist sinnvoll und vermittelt wertvolles Wissen.

Hilfsorganisationen richten sich an jeden jungen Erwachsenen, der die Zeit des Praktikums nicht vergeuden möchte, sondern daraus lernen will. Nahezu jeder akademische Bereich kann in verschiedenen Hilfsorganisationen unterkommen – angehende Soziologen, Betriebswirtschaftler, Psychologen und Mediziner finden ebenso eine Aufgabe wie werdende Lehrer, Informatiker oder Studierende seltener Fächer wie Geographie oder Geschichte.

Die richtige Hilfsorganisation freut sich immer über sachkundige Hilfe und wird sich darum bemühen, dem Studierenden Inhalte zu vermitteln, die ihm ermöglichen, seinen Lernstoff aus dem Studium anzuwenden. Auch Abiturienten oder andere junge Erwachsene finden in der Hilfsorganisation sinnvolle Aufgaben vor, die sie gewissenhaft mit ihrem bisherigen Wissen zu erledigen haben und dabei viel Neues dazulernen können.

Vor allem aber bedeutet das Praktikum in der Hilfsorganisation viel Arbeit direkt an der Basis. Der Kontakt mit Menschen und Schicksalen wird sogar den Informatikstudenten betreffen, der lediglich Programme konzipiert. Arme Menschen, traumatisierte oder kranke Personen, schwer erziehbare oder misshandelte Kinder sowie zerrüttete Familien sind alltägliche Fälle für die Mitarbeiter der Hilfsorganisation. Diese Menschen sind es, die besondere Hilfe und Aufmerksamkeit brauchen.

Die Zusammenarbeit mit ihnen kann jungen Erwachsenen die Augen öffnen und ihnen ein Bild davon vermitteln, wie die Kehrseite der Gesellschaft aussieht und wie hilfebedürftig sie ist. Gerade Studierende sozialwissenschaftlicher Studiengänge werden davon immens profitieren, denn sie erleben die Regeln und Gesetzmäßigkeiten ihres Studienfachs im echten Leben und lernen es von einer ganz anderen, aufgeklärten Seite kennen.

Bewerbern um einen Praktikumsplatz bei einer Hilfsorganisation sollte bewusst sein, dass die alltägliche Arbeit mühsam und anstrengend sein wird. Wenn sie mit einem Auslandseinsatz verbunden ist, sieht man dort ebenso wie am deutschen Arbeitsplatz auch die Schattenseiten der Arbeit und macht viele prägende Erfahrungen.